Wieder was literarisches…

Das geheime AbendmahlDas geheime Abendmahl
von Javier Sierra

Und wieder habe ich ein Buch gelesen, in dem die Kirche – die katholische Kirche – die Hauptrolle spielt. Allerdings spielt das Buch auch 1497, also kurz vor Luthers Zeiten. Es geht um die Entstehung eines der bedeutensten und rätselhaftesten Kunstwerke aller Zeiten – um „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci. Der Vatikan wird gewarnt, dass Leonardo da Vinci ketzerische Botschaften in dem Bild versteckt und es kommt zu mysteriösen Todesfällen in Mailand. Und nun erzählt der Inquisitor Augustin Leyre über seine Ermittlungen in diesem heiklen Fall. Dabei wird sehr auf das Gemälde eingegangen und so ein Erklärungsversuch gewagt.
In meinen Augen ist die Deutung sehr gut gelungen! Sie ist nicht an den Haaren herbeigezogen wie in anderen Romanen und ich finde sehr viele Parallelen zu den Deutungen und Erklärungen wie wir sie schon vor 20 Jahren in der evangelischen Jugend erarbeitet haben. Besonders die Wandlung von Pater Leyre im Verlauf der Ereignisse ist sehr gelungen und alles ist am Ende doch recht einfach – selbst das komplizierte Rätsel um da Vincis Geheimbotschaft.
Insgesamt fand ich das Buch sehr spannend und auch flüssig zu lesen. An keiner Stelle war es langatmig und mit seinen 380 Seiten genau richtig.
Und hier, wie immer, der Klappentext:

Mailand im Jahre 1497: Am Hofe des Herzogs Ludovico Sforza herrscht Trauer, denn die blutjunge Herzogin Beatrice d’Este ist an den Folgen einer Frühgeburt gestorben. In Rom ist der Dominikanermönch Augustin Leyre einer der ersten, der von der Nachricht erfährt. Als Inquisitor im Dienste des Vatikans verfolgt Leyre seit langem die unchristlichen Aktivitäten des Herzogspaars. Ein anonymer Verräter, der sich „der Schwarzseher“ nennt, hat ihm Informationen zugespielt, die auch Leonardo da Vinci, den Günstling des Herzogs, der Ketzerei anschuldigen. Doch wer ist der mysteriöse „Schwarzseher“? Und verschlüsselt Leonardo da Vinci sein Gemälde wirklich mit blasphemischen Botschaften? Ist er gar Anhänger einer verbotenen Sekte? Leyre erhält vom Vatikan den Auftrag, die schweren Anschuldigungen gegen den berühmten Maler unverzüglich zu überprüfen.
Er bezieht eine Zelle im Kloster von Sante Maria delle Grazie. Dort arbeitet da Vinci an seinem Meisterwerk „Das letzte Abendmahl“. Als Leyre das Gemälde in Augenschein nimmt, ist er schockiert: Die Jünger speisen kein Lamm sondern Fisch. Christliche Symbole wie Heiligenschein und Kelch fehlen. Drei Apostel wenden Christus den Rücken zu und einer von ihnen trägt die Gesichtszüge von Leonardo da Vinci. Und warum hält Petrus einen Dolch in der Hand? Bruder Leyre steht vor einem Rätsel. Um jeden Preis will er die Fertigstellung des Freskos verhindern. Und schon bald gerät er in ein mörderisches Komplott. Denn in einer Mailänder Kirche wird ein Pilger erstochen aufgefunden, in unmittelbarer Nähe eines weiteren umstrittenen Werkes von da Vinci …

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