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Okt 21

Zivilschutzanlage Steintorwall

DrängelschutztorDa bin ich im Geocacher-Forum über die Planung einer Führung durch den Tiefbunker Steintorwall direkt am Hamburger Hauptbahnhof gefallen. Den Bunker wollte ich immer schon mal besuchen – und wenn das dann so schön organisiert wird, warum nicht? Leider war die Teilnehmerliste schon voll als ich den Thread entdeckt hab, aber Anette eröffnete dann schnell mal eine Warteliste und mit Platz 1 auf dieser musste ich auch nicht lange auf einen Platz im Bunker warten.
Am 10.10. war es dann so weit: Wir haben uns um 18:00 Uhr am Einstieg in den Bunker getroffen und dort stellte sich dann Christel vom Verein Hamburger Unterwelten vor, die die Führung leiten wollte. Nach kurzen Erklärungen zur Lage des Bunkers ging es dann aus dem Lärm des Steintorwalles in die Stille des Untergrunds. Gebaut im 2. Weltkrieg um die Reisenden aus dem Hauptbahnhof schützen zu können und dann erweitert und für ABC-Schutz ertüchtigt im kalten Krieg – liegt er heute relativ unbekannt unter dem breiten Fußweg am Steintorwall direkt neben dem Bahnhof. Irgendwie ist es illusorisch durch den heutigen „Haupteingang“ die 1351 Menschen, die jeder Bunkerteil aufnehmen soll, einzuschleusen – vor allem wenn diese in Panik sind oder zumindest in einer stark angespannten Stresssituation. Der eigentliche Haupteingang war für den Südteil im sogenannten Südstegtunnel des Hauptbahnhofs, dieser wurde aber bereits in den 90er Jahren geschlossen. Der Schutzraum ist aber auch heute noch in der Zivilschutzbindung noch als Schutzraum ausgewiesen…. Nur Geld zum Unterhalt gibt es vom Staat keins mehr.
Geschichte, Funktion und auch Abmessungen des Tiefbunkers sind sehr gut bei Hamburger Unterwelten e.V. beschrieben und ich will das hier nicht alles wiederholen. Auf der Homepage kann man auch Führungen buchen – ist wirklich sehr zu empfehlen.
Die gut 90 Minuten Führung sind erstmal ein schöner Spaß, aber spätestens wenn man dann überlegt mit 1351 Menschen sich diese Räume 14 Tage lang zu teilen und nicht zu wissen was draußen passiert, dann kommen doch schnell beklemmende Gefühle auf! Alleine die Liegeräume sind beängstigend. Immer 3 Pritschen übereinander, jede nur ein Stahlrohrrahmen mit Segeltuch bespannt und ca. 180 cm x 50cm. Und am Kopf-/ Fußende stoßen die Dinger direkt zusammen. Der Gang dazwischen ist auch nur ca. 50 cm breit und dann ist ein Raum mit 96 Liegen angefüllt… Liegen gibt es auch nur für 1/3 der „Bunkerbewohner“ – der Rest muss sitzen und alle 8 Stunden werden dann die Liegen getauscht.
Beeindruckend ist auch die Technik – Lüftung, ggf. mit ABC-Filtern, eigener Tiefbrunnen, Stromerzeuger der ggf. beide Bunkerteile alleine Versorgen kann, die schweren Schleusentore und vor allem dann die „umfassende“ Küchentechnik. Hier hat man dann wohl sparen müssen… in der Küche stehen 2 2-flammige Elektroplatten. Mir ist immer noch schleierhaft wie man damit regelmäßig warme Verpflegung für 1351 Menschen machen will……

Aber schaut Euch das alles in der Galerie an, ich hab ein paar Fotos gemacht und mir die Genehmigung vom Hamburger Unterwelten e.V. geholt diese hier zu veröffentlichen. Und ansonsten kann ich jedem nur empfehlen dieses Relikt aus dem kalten Krieg selbst mal zu besuchen!

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